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Engagement

Einerseits werden Kinder in manchen Fällen völlig unbegründet ihren liebevollen Eltern entrissen, um irgendwo als Pflegekinder gegen teures Geld untergebracht und festgehalten zu werden, andererseits bleiben auch immer wieder gequälte und ausgebeutete Kinder ihren misshandelnden Familien ausgeliefert, ohne dass sich jemand von Amts wegen um sie kümmert.

Es ist immer wieder unbegreiflich, wie rasch sachverständiges Handeln und umgesetzte Lebenserfahrung in Ämtern, Einrichtungen und Gerichten erschöpft sind. Anstatt bei Entscheidungen über das Wohl von Kindern den "gesunden Menschenverstand" heranzuziehen, ziehen sich immer mehr Entscheidungsverantwortliche aus ihrem Auftrag heraus und bestellen Sachverständigengutachten. Und was da zuweilen abgelassen wird an unüberprüften Behauptungen und Prophezeiungen, geht weit über die Grenzen von Rechtmäßigkeit und Anstand hinaus.

Wenn wir uns persönlich darüber vergewissert haben, ob und wodurch die vitalen Rechte von Kindern verletzt werden, setzen wir uns - im Rahmen unserer Möglichkeiten - zäh und kreativ mit dem Problem auseinander. Wir sind davon überzeugt, dass das Interesse der Öffentlichkeit an skandalösen Rechtsverletzungen wach bleibt und durch sachgerechte Informationen auch geschärft wird. Deshalb stellen wir auf Wunsch der Hilfesuchenden auch Transparenz und Öffentlichkeit her - meist zum Ärger jener Verantwortlichen, die z.B. im Verborgenen möglichst selbstherrlich arbeiten wollen. Wenn wir uns für Kinder und ihre Rechte engagieren, dann sind wir auch bereit, uns öffentlich dafür zu rechtfertigen.

Beispiel Jugendamt 4:
Die Mitarbeiterin eines Jugendamts veranlasst aus nicht nachvollziehbaren Motiven die Auflösung einer Familie mit sieben Kindern, indem sie aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen einen Psychologen beauftragt, die Familie zu begutachten. Dieser Sachverständige besucht die Familie zweimal, lernt dabei zwei Kinder kennen und schreibt dann anschließend ein vernichtendes Gutachten über alle Kinder.
  • Bald darauf wird an ein und demselben Tag das Gutachten im Jugendamt vorgelegt,
  • dort wird ein Antrag ans Gericht auf Auflösung der Familie gestellt,
  • das Gericht verfügt die Einsammlung der Kinder
  • und lässt dies vollziehen
- alles am selben Tag.

Selbst das gerade sechs Tage alte Neugeborene wird der Mutter in der Klinik weggenommen. Das von den Eltern mit unserem Beistand angerufene Bundesverfassungsgericht hebt die Gerichtsentscheidungen als verfassungswidrig auf und verweist den Fall zurück an das gleiche Gericht der ersten Instanz. Der selbe Richter macht sich wieder an die Arbeit. Wieder Antrag des Jugendamts, wieder Gutachten - da bleibt nur die Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.